Diskriminierung wegen der Hautfarbe? Im Schach nicht!

BLM – das  Kürzel für Black Lives Matter, für „schwarze Leben zählen“.  BLM ist eine weltweite Bewegung, die sich für die Gleichberechtigung der Schwarzen bzw. generell  der People of  Colour  einsetzt. Ob weiß, braun, rot,  gelb oder schwarz  – alle Menschen sind gleich und sollen die gleichen Rechte haben.
 Im Schach gibt es da keine Probleme, die Hautfarbe des Spielers ist Nebensache. Die „Gelben“, also die chinesischen Spieler, sind zur Schach-Weltmacht aufgestiegen. Und die  „Braunen“  können es  auch,  man schaue nur auf die Schachnation Indien, angeführt von Weltmeister Viswanathan Anand. Auch die „Schwarzen“ sind auf dem Vormarsch: Auf LICHESS spielt der sudanesische FIDE-Meister Abubaker Tagelsir. Dem sind die Spieler des SC Turm vor wenigen Wochen in der Quarantäne-Liga begegnet, in der sich die Elite des Blitz-Schachs ein Stelldichein gibt.
Noch ist, was die Hautfarbe anbelangt, Schwarz in der Minderheit. Aber aus den USA kommt die Kunde von einem schwarzen Schach-Wunderkind. Das heißt Tanitoluwa Adewumi, ist in Nigeria geboren. Seine Familie ist geflohen, weil sie als Christen von der Terrorgruppe Boku Haram verfolgt wurden. In einem Obdachlosenheim in New York wurde das außergewöhnliche Talent von „Tani“  entdeckt. Eine Gruppe von Sponsoren förderte ihn. Jetzt die Sensation: Tani gewann den Titel “National Master (NM)”, mit 10 Jahren! Der junge Überflieger ist bereits jetzt sehr erwachsen und weiß aus seinen Fehlern zu lernen: „When you lose, you have made a mistake, and that can help you learn, I never lose. I learn“.
Tanitoluwa Adewumi will mit 11 oder 12  jüngster Großmeister der Schachgeschichte werden. Diesen Rekord hält bislang ein Russe. Sergey Karjakin war mit 11 Jahren Internationaler Meister und mit 12 Jahren und 7 Monaten Großmeister.

Unten links FM Abubaker Tagelsir, daneben Wunderkind Tanitoluwa Adewumi

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2 Antworten

  1. Chris sagt:

    Ich bin vor kurzen über dem Beitrag hier gestolpert da ich deutsche Quellen zu Tanitoluwa Adewumi gesucht habe, die sich mit seinen Spiel beschäftigt haben … Und muss sagen, das mich dieser Beitrag doch sehr aufgeregt hat, da er entweder das Thema überhaupt nicht verstanden hat oder plumpe Relativierung ist. Ich will damit nicht sagen, dass es ein großes Problem in Schachsport ist. Mit so einer denke hat man aber sehr wahrscheinlich in der Gesellschaft ein Problem.
    Daher möchte ich zuerstmal die Wikipedia Definition von Strukturellen Rassismus zitieren, damit erstmal Gedanken machen worum es bei BLM geht: „Als institutioneller Rassismus (auch: struktureller Rassismus)[werden Rassismen bezeichnet, die von Institutionen der Gesellschaft, von ihren Gesetzen, Normen und ihrer internen Logik ausgehen, unabhängig davon, inwiefern Akteure innerhalb der Institutionen absichtsvoll handeln oder nicht.“

    Wenn nun ein Chinese in China eine (gute) Schachausbildung bekommt, ist das ziemlich normal, In Bezug auf strukturellen Rassismus wäre hier eher interessant, ob beispielsweise Uiguren dieselben Chancen haben wie jemand aus Peking.

    Das nächste Beispiel mit dem als ‘Braunen’ bezeichneten Indern ist da sogar noch eindeutiger, in Indien gibt es eine große Palette an Hautfarben wobei dunklere Töne oftmals noch als Makel gilt. Wenn man hier Inder aus Schachperspektive als ‘braun’ wahrnimmt, zeigt dies hier sogar dem Rassismus auf (der oft genug auch offen zur Schau getragen wird, weshalb ich hier das strukturell weglasse).

    Jetzt behandelt der Autor die „schwarzen“ und bringt das Beispiel Tanitoluwa Adewumi der noch am ehesten als Beispiel gegen strukturellen Rassismus taugt. Aber ich würde ihn eher als Ausnahme bezeichnen, da er eine herzerwärmende Story hatte und dadurch die Förderung bekommt die er verdient. Durch die schlechten Aufstiegschancen von Schwarzen und Latinos in dem USA und die Budgetierung der Schulen (die quasi die Vereinsarbeit machen), hat ein schwarzer schlechtere Chancen eine gute Förderung zu bekommen.
    Das wäre in etwa so als würde man Sultan Khan als Beispiel dafür nehmen, dass Schach in dem 30er kein Sport/Spiel für die Eliten war. Ja er war ein Diener, ja er war Inder und hat es geschafft. Er hatte aber auch kein Zugang zur Schachliteratur, konnte Schach nur lernen da sein Meister es ihn (recht spät) beigebracht hat. Es ist eher erstaunlich wie weit er es TROTZ dieser Handicaps geschafft hat. Ähnlich wie Erwin Kostedde nicht als Beispiel genommen werden kann, dass die schwarze Hautfarbe kein Problem in Fussball der 70er Jahre war.
    Ein Zeichen das wir keinen Strukturellen Rassismus in der Schachwelt haben, wäre es wenn die Spieler ein Querschnitt der Gesellschaft sind sowohl in der Spitze als auch in der Breite – gefühlt haben wir dort noch Steigerungspotential. Die geringe Frauenquote zeigt ein sehr ähnliches Problemfeld auf, auch wenn man es dort nicht mehr unter dem Begriff „Rassismus“ firmiert.

    Zu dem redaktionellen Anteil Tani hat nicht die nationale Meistschaft gewonnen sondern dem Titel National Master , und sein Zitat hat auch eine andere Bedeutung es ist nicht so selbstbewußt/arrogant sondern in der Richtung „Aus Fehlern lernt man“ („When you lose, you have made a mistake, and that can help you learn, I never lose. I learn“): Übrigens lohnt sich bereits ein Blick auf seine Spiele, er hat schon sehr spannende Ideen wenn er die Initiative in einen Spiel bekommt. (die Trainings mit Svidler)

  2. Danke für diese hervorragenden Anmerkungen.
    Ich persönlich (nur der Webmaster hier), verstehe diesen Artikel aber eher so, dass Schachspieler untereinander eher keine rassistischen Vorbehalte haben (das kann in Einzelfällen natürlich anders sein). Wir betrachten uns aber (hoffentlich) als EINE weltweite Gemeinschaft mit einem gleichen Interesse (Schach). Der Text drückt sich hier bei “keine Probleme” usw., natürlich unglücklich aus.

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