Daniel – ganz nah am Titel „Deutscher Meister“

Sie haben es weit gebracht, Daniel und sein Maskottchen Snurakules. Bis in die entscheidende  Partie der Deutschen Meisterschaft der U12. Ein Sieg dort, und U12-Saarlandmeister Daniel Hoppstädter wäre Deutscher Meister gewesen.
In der Heimat fieberten die Fans von Daniel mit, insbesondere sein Trainer Frank Mayer. Alle Partien, gespielt an vier Tagen im Sauerländischen Willingen, wurden live übertragen. Daniels Sieg in der finalen Partie hätte die Sensation des Turniers bedeutet. Es war ein Kampf David gegen Goliath: hier der Illinger Underdog, mit  DWZ  1754  die Nr. 15 der 56-köpfigen Setzliste, dort der Überflieger Sreyas Payyappat, gebürtiger Inder, mit DWZ  2140 die unbestrittene Nr.1 des Turniers. Dem hätte ein Remis zum Titel genügt, Daniel wäre mit just diesem Ergebnis wahrscheinlich Vizemeister geworden.  
Daniel, mit Schwarz spielend, entschied sich für die Sizilianische Verteidigung. Vielleicht nochmals ein Coup wie in Runde 6  gegen Johannes von Mettenheim, ein Schwergewicht mit DWZ 1995, das wär’s doch! Dort hatten ihm die kommentierenden Großmeister Engel und Heimann wegen seines Minusbauern keine Chance gegeben. Aber Daniel hat sie eines Besseren belehrt: Nicht sein Minusbauer war entscheidend, sondern sein einsamer auf f6 vorgerückter Bauer. Dessen schiere Anwesenheit spielte die Schlüsselrolle bei Daniels furiosem, von den Experten in höchsten Tönen gelobten Mattangriff.
Cool bleiben und nichts riskieren, hieß es also für Daniel in seiner letzten Partie, in der alle Augen auf ihn gerichtet waren. Er hielt dem Druck stand, es lief nach Plan für ihn. Die Stellungen wurden von den Experten vor Ort und von ihren Computern als ausgeglichen bewertet, aber nur bis zum 16. Zug. „Da schaltete ich von Verteidigung auf Angriff um, zog meinen Springer auf g4“, ärgert sich Daniel, „viel besser wäre Läufer d7 gewesen!“  Sreyas Payyappat nutzte seine Chance, kam relativ schnell zu einem starken Angriff und zum Sieg.
Traurig für den Illinger Hoffnungsträger, denn ein Remis hätte ihm tatsächlich die Vizemeisterschaft gebracht. Stattdessen sieht die Schlusstabelle nun so aus: Platz 1 mit 6,5 aus 7 der Hannoveraner Payyappat, Platz 2 mit 5,5 Punkten der Berliner Nikolai Nitsche – und dann sage und schreibe sieben Spieler mit 5 Punkten, unter ihnen auch Daniel. Per Feinwertung landete er letztendlich auf Rang 7.
Sicher, es war mehr drin; aber Platz 7, punktgleich mit Platz 3 – das ist eine tolle Leistung des Schachtalents des SC Turm Illingen.

Daniel mit Maskottchen Snurakules

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