Illinger Schachkünstler mit gutem Start

Submitted by Wolfgang Weber on So, 12/10/2017 - 11:49
Johannes

Illingen, 15. Oktober  Zwei Runden der Schachsaison 2017/2018 sind gespielt. Turm I spielt in der Oberliga Südwest, Turm II  eins drunter in der Saarlandliga. Das Ziel beider Turm-Teams ist das gleiche: der Klassenerhalt. 
Die beiden Auftaktrunden machen Hoffnung. Turm II gewann beide Begegnungen, auch die letzte mit 4,5:3,5 gegen Aufsteiger Eppelborn. Auf Illinger Seite siegten Andreas Hauer, Viktor Siebert, Friedrich Henschel und Fabian Meiser, Thomas Schuh spielte am Spitzenbrett remis. Dr. Anke Henschel, Uwe Bätz und Lukas Siemann mussten ihrem Gegner gratulieren.
Ausgesprochenes Pech hatte Flaggschiff Turm I. In Runde 1 sagte ein Spieler kurzfristig ab, die restlichen Sieben schlugen sich beim knappen 3,5:4,5 gegen Gambit Saarbrücken wacker. In Runde 2 war der SC Heimbach-Weis der Gegner. Der verfügt über drei  Internationale (IM) und drei FIDE- Meister (FM), fünf der Titelträger waren angerückt. Um FIDE-Meister zu werden, muss man mindestens eine Elo-Zahl von 2300 besitzen, beim  Internationalen Meister ist die Elo-Zahl mindestens 2400. Der Weg zu solchen Elo-Zahlen führt über internationale Schachturnieren mit hohem Spielstärkeniveau. Die momentan höchste Elo-Zahl hat Magnus Carlsen: nie zuvor erreichte 2882. Carlsen war mit 14 Großmeister, mit 23 Weltmeister.
Die höchste Elo-Zahl bei Turm I hat Frank Mayer mit 2311, alle anderen liegen mehr oder wenig deutlich drunter. „Auch bei uns hätten einige das Zeug zum FM“, so der Turm-Vorsitzende Thomas Biehler, 1986 Deutscher Jugendmeister, mit 19 Gewinner des Saarländischen Meister-A-Turniers. „Aber bei uns gingen Studium, Beruf und Familie vor, für zeitraubende internationale Turniere war kein Platz!“ 
Kein FM und kein IM also  in Illingen. Und dennoch: Die Illinger Underdogs hatten die Elitetruppe SC Heimbach-Weis am Rande einer Niederlage. Joachim Klein remisierte an Brett 2 gegen IM Yuri Boidman,  genauso wie Johannes Schmidt an 5  gegen Tim Hendrik Ronge (siehe Foto), Alexander Kessler an 6 gegen FM Thomas Roos und Christoph Schumacher an 7 gegen Peter Jahn.  Dank des Sieges von „Ersatz“ Oliver Göltzer gegen Dr. Ralf Spreemann an Brett 8 stand es nach viereinhalb Stunden 3:2 für Illingen. Drei Partien liefen noch. Zwar stand an Brett 2 Tilman Giese gegen IM Klaus-Jürgen Schulz auf Verlust, aber für Thomas Biehler an 4 gegen FM Robert Philipowsky sah es gut aus.  Frank Mayer stand am Spitzenbrett gegen FM Lukas Winterberg mindestens auf Remis. Doch dann die Katastrophe: Mayers Handy klingelte, sofortiger Verlust der Partie! Der unglückliche Frank wurde Opfer der FIDE-Regel vom 1.7.2014, wonach Mobiltelefone und andere elektronische Hilfsmittel auch im ausgeschalteten Zustand nicht mit in den Turniersaal genommen werden dürfen. Da Tilman verlor, lag nun alle Last auf Thomas. Der nutzte hoch konzentriert seinen Stellungsvorteil zum Sieg, was dem SC Turm wenigstens das Unentschieden bescherte.   
Natürlich ist die Fahrlässigkeit von Frank ärgerlich. Aber das Remis gegen einen starken Gegner trotz eines verschenkten Punktes zeigt, dass die Illinger Schachkünstler in der Oberliga mithalten können.