Schwarzenbach der erwartet starke Gegner

Same procedure as last year: Wieder eine Niederlage gegen Caissa, und wieder ein wohltuend fairer Bericht von Hendrik Tabatt auf der Website von Schwarzenbach. Mit Erlaubnis des Autors wird dieser Bericht hier veröffentlicht:

Nicht hoch, aber souverän

Caissa Schwarzenbach – Turm Illingen 5:3

1. Müller, R – Mayer, F remis

2. Frischmann, R – Giese, T 1:0

3. Weller, M – Schmidt, J 1:0

4.Tabatt, H – Schumacher, C 1:0

5. Fries, F – Biehler, T 1:0

6. Wild, A – Traub, B 0:1

7. Müller, M – Klein, J remis

8. Becker, J – Rückert, H 0:1

In der siebten Runde ging es für uns gegen unsere Freunde von „Turm Illingen“.

Die Begegnung hat eine lange Tradition und war immer von freundschaftlicher Atmosphäre, aber hartem Kampf an den Brettern geprägt. Genau so sollte es auch bei dem diesjährigen Aufeinandertreffen sein. Daran änderte sich nichts durch die Tatsache, dass es für beide Mannschaften um viel ging.

Illingen befindet sich mitten im Abstiegskampf, während wir versuchen, Anschluss an Tabellenführer Koblenz zu halten, um die Chancen auf die Meisterschaft zu wahren.

Im „Haus der Begegnung“ in Homburg-Erbach, das optimale Spielbedingungen bietet, traten unsere Gäste in ihrer Bestbesetzung an. Unserem Team fehlten diesmal Andre und Jan, die durch Jörg und unsere Nachwuchshoffnung Max ersetzt wurden. Letzterer hat in jüngster Zeit einen Super-Lauf, und außerdem bereits zweimal absolute Oberliga-Tauglichkeit bewiesen, so dass wir uns gut genug aufgestellt sahen.

Der Wettkampf begann recht vielversprechend für uns:

Während Ronny an Brett 1 mit Schwarz technisch versiert dem Druck des Illinger Spitzenbrettes Frank Mayer standhielt, kam ich gegen Christoph Schumacher schnell in Vorteil. Mein Gegner spielte in der Königsindischen Verteidigung einen seltsam anmutenden Damenzug, den wir beide nach der Partie für die Ursache des schwarzen Übels hielten. Allerdings war mein Rechner – zumindest nach oberflächlicher Analyse – anderer Ansicht, er  hält den Zug für durchaus spielbar. Wie so oft hatte die Gegenseite deutlich mehr Ressourcen, als man während des Spielgeschehens ganz naiv vermutet. Stattdessen entwickelte sich die Partie für mich wie erhofft (und geglaubt..), und ich konnte die Mannschaft frühzeitig in Führung bringen.

Ronny spielte währenddessen umsichtig weiter und erzielte bald Ausgleich. Nach Entfernung der Damen und sämtlicher Spannungspole wurde ein stellungsgemäßes Remis vereinbart.

Genau so macht man das mit Schwarz gegen starke Gegner!

Nach dem guten Auftakt wurde es noch besser:

Manuel gelang ein absolut sehenswerter Schwarz-Sieg gegen Johannes Schmidt. In einer taktisch wie positionell sehr stark geführten Partie überspielte er seinen Gegner überzeugend. Schön anzusehen war das Ganze auch noch!

Ebenfalls beeindruckt hat mich Freddys Sieg (auch mit Schwarz ) gegen Thomas Biehler. Freddy erreichte mit positionell starkem Spiel erkennbaren Vorteil. Es zeichnete sich bald ab, dass wir hier auf mehr als einen halben Punkt hoffen durften. Bei der Vorteilsverwertung ging es allerdings etwas „holprig“ zu. Die Stellung war taktisch kompliziert, und folglich wurde beidseitig nicht immer genau agiert. Freddy konnte jedoch den Druck aufrecht erhalten, bis Thomas schließlich die Partie mit einem groben Fehler einstellte. By the way: Freddy hat jetzt 6 aus 6!

3,5 zu 1,5 also der Zwischenstand, und auch die noch laufenden Partien waren vielversprechend:

Rick hatte soliden Endspielvorteil gegen Till, auch wenn aufgrund der Anwesenheit ungleicher Läufer noch Remis-Gefahr bestand. Erfahrungsgemäß gewinnt Rick aber seine Endspiele, und wir waren guter Hoffnung.

Max spielte in einer hochspannenden Partie mit taktischen Komplikationen gegen Joachim Klein.

Dieser machte seinem Stil gemäß dem gegnerischen König das Leben schwer, aber Max hielt mit Schwarz großartig gegen. Auch als Joachim mit vernichtenden Opfern drohte, behielt Max die Nerven und verteidigte umsichtig. Die Partie beendete Max schließlich mit einem stellungsgemäßen Dauerschach. Nach erstem Nachspielen mit dem Rechner hatte trotz aller Schwierigkeiten keine Seite irgendwann entscheidenden Vorteil gehabt! Ein ganz starker Vortrag von beiden Spielern!

Bei Achim und Jörg hatte ich direkt nach dem Match „verschenkte Brettpunkte“ moniert. Diese Einschätzung muss ich jetzt ein wenig revidieren. Zwar standen unsere beiden Spieler durchaus angenehm, mehr aber nicht. Während des Wettkampfes hatte ich unsere Positionen überschätzt. Sicher war es nicht notwendig, die Partien zu verlieren, aber nach dem Durchspielen muss ich auch sagen, dass die beiden Illinger das gut gemacht haben.

Achim hatte ein leicht vorteilhaftes Mittelspiel gegen Boris, der aber in gedrückter Stellung gut agierte. Dennoch vollkommen richtig von Achim, Gewinnversuche zu unternehmen. Leider ging die Abwicklung nicht auf, und Achim landete in einem Endspiel mit Minusbauern, das wahrscheinlich nicht mehr haltbar war.

Jörg spielte gegen Helge gutes Schach, bekam aber ebenfalls keinen klaren Vorteil. Nach Ablehnen eines Remis-Angebotes – halte ich nach wie vor für die richtige Entscheidung von Jörg – verlor er kurz nach Übergang ins Endspiel den Faden und stand bald auf Verlust.

Tut mir leid für Jörg, denn eine Niederlage hatte das weiße Spiel nicht verdient gehabt.

Kurz darauf erlöste uns Rick und fuhr gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Till den Sieg ein. Das sorgte für gewisse Erleichterung bei uns, denn Achim kämpfte bereits auf verlorenem Posten und musste sich schließlich geschlagen geben.

Mit dem Sieg halten wir unsere Chancen aufrecht, müssen aber im nächsten Saar-Derby gegen SVG Saarbrücken wieder gewinnen, um Anschluss an Koblenz zu halten.

Für Illingen, das eine unglückliche Saison spielt, wird es jetzt leider ganz eng werden.

Sollte es für Illingen nicht mehr reichen, bin ich sicher, dass sie übernächste Saison wieder in der Oberliga zu sehen sein werden. Aber die Saison ist noch nicht rum, und theoretisch ist der Klassenerhalt noch möglich, also kämpft bis zum Ende!

 

Lesenswert auf der Caissa-Website ist die Diskussion von Jörg Becker und Helge Rückert. Jörg hatte die dicke Chance, Helge die Top-Bilanz (5 aus 7) zu vermasseln…

In Illingen hat man beste Erinnerungen an Jörg. Er war vor 30 Jahren eine Stütze des SC Turm. Oben ein Foto von der offenen Vereinsmeisterschaft 1984. Jörg (Platz 2) in der Mitte, links neben ihm Wenzel Lieber  und Turniersieger Thomas Biehler, rechts Helmut Biegler und Olaf Willnecker. Mehr unter Chronik (s. links), die Jahre 83 bis 88, S. 42 und 43.