Turm II und Turm III mit wichtigen Siegen

Was ist das gemeinsame Ziel von Turm I, Turm II, Turm III, VfB Stuttgart, FC Augsburg und TSG Hoffenheim? Richtig: der Klassenerhalt!

Die  Mannschaften des SC Turm sind jedenfalls auf dem besten Weg, dieses Ziel zu erreichen.  Nach dem großartigen 4:4 unseres Flaggschiffs beim Oberliga-Tabellenführer Koblenz haben Turm II und Turm III nun noch eins draufgelegt: Landesligist Turm II gewann 6,5:1,5 gegen Schwarzenbach III, Bezirksligist Turm III gewann 5,5:2,5 gegen Schiffweiler. Bericht unten!

Großkampftag auf der Kegelbahn der Welschbachhalle: vorne und Mitte rechts Turm III gegen Schiffweiler, hinten und Mitte links Turm II gegen Schwarzenbach III

Weitere Fotos links unter Bilder

Drei  Partien von Turm II verdienen eine besondere Erwähnung: die von Andreas Hauer, Viktor Siebert und Alexander Keßler. Letzterer hatte es an Brett 5 mit dem blutjungen Cedric Recktenwald zu tun, der mit einer ungewöhnlichen Eröffnungsvariante in einer französischen Partie aufwartete. Alex platzierte seine Dame schlecht, wurde mit Schwarz am Königsflügel stark bedrängt. „Am Ende einer langen Kombination erwischte ich den Zug Lg5,  der mir 2 Figuren gegen den Turm bescherte. Danach galt es, mit ein paar Zügen die Zeitnot einzuschränken. Cedrics Passivität gab mir die Oberhand,  was forciert zu einem schönen Matt führte“. 

Viktor gelang an Brett 4 in einer ebenfalls französischen Partie ein seltenes Kunststück: Er schaffte es zu einem Triple-Bauer auf der c-Linie! „Der machte mir erst Kummer, aber dann bildete ich einen Stützpunkt mit meinem Läufer auf d6. Das war dann die Grundlage für meinen Sieg!“

Andreas hatte es an Brett 2 mit Stanley Yin zu tun. Hier sein Kommentar: „Stanley, der gerne eröffnungstheoretisches Neuland betritt, packte diesmal mit g5 und b5 die berüchtigte große (Ge-)Flügelzange aus. Lehrer Hauer erwies sich aber nicht als Chlorhühnchen und konnte nach einigen Verwicklungen und beiderseitigen Ungenauigkeiten den Spieß umdrehen. Nach dem Verlust von zwei Figuren gab Stanley auf“.

Es lief prima für Turm II, nur Daniel Fries musste an Brett 6 seinem Gegner Michael Schera gratulieren, Fabian Meiser spielte an Brett 8 Remis gegen Sonja Noll. Thomas Schuh am Spitzenbrett gewann, Fritz Henschel (an 7) und Tochter Anke (an 3) fuhren ebenfalls einen vollen Punkt ein, hatten sich von der bitteren Niederlage in der vorhergehenden Runde gut erholt.

Gut erholt zeigte sich auch Turm III. Die 1:7-Pleite gegen Gema St. Ingbert und das 3:5 gegen Schwarzenbach IV sind Geschichte, jetzt folgte ein 5,5:2,5-Triumph gegen den SV Schiffweiler. Der war nur mit 6 Spielern angetreten, ein trauriges Bild. Noch in den 80er Jahren spielte der SV Schiffweiler auf Augenhöhe mit dem SC Turm, dann ereilte ihn das Schicksal so vieler Vereine: Überalterung bei ausbleibendem Nachwuchs. Viele Clubs kämpfen ums Überleben. In zwei Jahrzehnten schrumpfte die Zahl der saarländischen Schachvereine von 61 auf 42.

Beim SC Turm versucht man gegenzusteuern, investiert viel in die Jugendarbeit. Mit sichtbarem Erfolg, wie der Kampf gegen Schiffweiler zeigte: Hinter Peter Schuh, Artur Ziegler und Fabian Lehmann präsentierte Turm III mit Luca Zimmer, Kai Wittenmayer, Felix und Moritz Linnebacher und Felix Schuh gleich 5 Nachwuchsspieler, allesamt zwischen 11 und 15 Jahren alt.

Für einen Schach spielenden Vater ist es ein großes Glück, wenn auch sein Kind dem Königlichen Spiel frönt. Mit Fritz Henschel und Peter Schuh waren letzten Sonntag zwei dieser Glückspilze im Einsatz. Ihr Glück war an diesem Spieltag vollkommen, denn für Alt und Jung gab's nur Siege!