Turm II: Freude über wichtigen Sieg gegen Ensdorf; Turm III: Freude über die Rückkehr des Zeitnotvirtuosen Arturo Ziegler

5,5:2,5 gewann die SG Ensdorf letztes Jahr in der Landesliga gegen den SC Turm, da war also noch eine Rechnung offen. Beide Mannschaften mussten ersatzgeschwächt antreten. Peter Schuh sorgte als „Edel-Ersatz“ an Brett 8 mit überzeugendem Spiel für den ersten Illinger Punkt.  Nachdem er drei (!) Mehrfiguren auf dem Brett hatte, gab sein unerfahrener Gegner Denis Gries auf.

Alexander Kessler, stark erkältet und zum Antreten überredet, einigte sich früh mit Hans-Jürgen Schäfer auf Remis. Fabian Meiser an Brett 7 überwand seine Eröffnungschwierigkeiten, konnte gegen Lisa Ludwig ebenfalls einen halben Punkt einfahren.

Als ich zwei Stunden nach Spielbeginn auftauchte, um Fotos zu machen (s. unten), fesselten mich zwei Partien. An Brett 3 spielte Viktor Siebert mit Schwarz gegen den Ensdorfer Bernhard Jacob, ein meisterliches Duell: Jacob war einst saarländischer Jugend-, sein Gegner war saarländischer Seniorenmeister. Viktor lavierte geschickt zwischen Flügel (offene A-Linie) und Zentrum (gegnerischer Isolani). Den gewann Oldie Viktor, wickelte routiniert zum Sieg ab. 

An Brett 1 spielte Thomas Schuh mit Schwarz gegen Karlo Krpan. Es war ein Kampf der Kavallerie. Karlos Springer drohten die Stellung von Thomas zu überrennen, dessen Springer hielten mit dem Mut der Verzweiflung dagegen. Es sah nicht gut aus für den Illinger. Währenddessen ausgleichende Gerechtigkeit an den Brettern 5 und 6:  Daniel Fries stand schlecht und gewann, weil sein Gegner Alfred Becking die Zeit vergaß. Fritz Henschel stand gut und verlor, erst den Faden und dann die Partie.

4 Punkte hatte Illingen jetzt auf dem Konto, das Unentschieden war gesichert. Alles hing nun von den beiden Spiztenbrettern ab. Anke Henschel stand im Mittelspiel noch halbwegs ausgeglichen, platzierte dann aber die Dame ungünstig am Rand des Köngsflügels, wo sie letztlich ihr Leben aushauchte.  Nach dem Verlust  ihrer wichtigsten Figur musste Anke ihrem Gegner Gerd Ludwig gratulieren.

Alle Aufmerksamkeit galt nun dem Spitzenbrett, dem Kampf Karlo Krpan gegen Thomas Schuh. Sachkundiger Beobachter war der Turmvorsitzende Thomas Biehler. Sein Kommentar: „Es war unheimlich spannend. Thomas hatte eine Minusfigur (Läufer) für zwei Mehrbauern. Er hatte aber auch einen wichtigen Freibauern. Mit viel Geschick und Beharrlichkeit schaffte er es, alle Bauern abzutauschen. Das bedeutete  Remis, und der Mannschaftssieg  war perfekt. Ein gelungener Saisonstart und zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. So darf’s weiter gehen!“

Vom Vorsitzenden also viel Beifall für Turm II, für die Akteure von Turm III, die parallel dazu spielten, gab’s vom Vorsitzenden viel Trost: Die „Krabbelgruppe“ des SC Turm, bis auf die beiden Spitzenbretter alle 11 bis 14 Jahre alt, hatte gegen die erfahrenen Spieler von Gema St. Ingbert im Bezirksliga-Duell keine Chance. Felix Schuh, Felix Linnebacher, Nick Geffel, und Moritz Linnebacher kamen alle früh ins Hintertreffen und mussten sich ihren Gegnern geschlagen geben. Besser sah es lange Zeit bei Kai Wittenmayer aus, aber auch er musste nach zähem Kampf seinem Gegner Andreas Omann gratulieren, genauso wie Fabian Lehmann an Brett 2. Da der Fight klar zu Gunsten von Gema entschieden war, begnügte sich Artur Ziegler an Brett 1 in besserer Stellung mit einem Remis. Der berühmte Zeitnotvirtuose Arturo Ziegler, der sich zum Leidwesen seiner Teamkollegen oft mit einem Fettpolster von 2 bis 3 Sekunden über die Zeitkontrolle rettete, war längere Zeit krankheitsbedingt außer Gefecht, jetzt ist er wieder da. Und wie! Von Zeitnot diesmal keine Spur…

      

Die Spitzenbretter von Turm II...                                                                    ... und die von Turm III

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