Turm II sichert durch Sieg gegen SVG Saarbrücken II Klassenerhalt

Hier das Protokoll von Thomas Schuh, der an Brett 1 spielte:

Wir mussten ohne Tilman Giese am Spitzenbrett und ohne Alexander Kessler antreten. Aber unser Ersatz schlug sich wacker:  Mario Biesel gewann gegen einen stärkeren Gegner (Helmut Passeier), und Fabian Lehmann verpasste kurz vor Schluss eine Kombination, die ihm eine klare Gewinnstellung mit Mehrfigur gesichert hätte. So verlor er unglücklich gegen Lü Youheng.

Fabian Meiser hatte dieses Mal weniger Glück. Er unterlag einem stärkeren Gegner, genauso wie unsere Schachamazone  Dr. Anke Henschel.

Ich gewann gegen Tim Biehl, gegen den ich mit Schwarz antreten musste. Biehl wollte offenbar nur Remis und tauschte alles ab. Aber er hatte nicht damit gerechnet, dass im Endspiel Gewinnpotential für mich vorhanden war. Viktor Siebert hatte gegen Vincent Preiß eine leicht bessere Stellung, doch sein Vorteil war so minimal, dass es nur zum Remis reichte.

Mannschaftsführer Fritz Henschel spielte gegen Willy van Rienen eine hochemotionale Partie, in der er den gegnerischen Mannschaftsführer mehrmals als Schiedsrichter neben das Brett zitierte, um nicht in eine verbale Konfrontation mit seinem Gegner zu geraten. Fritz hatte zunächst die bessere, dann nach einem Fehler die klar schlechtere Stellung. Doch am Ende war ihm das Glück hold: Er konnte seinen Gegner in einem Mattnetz fangen.

Diese sieben Partien waren alle mehr oder weniger zeitgleich beendet, gefühlt war das Ganze eine Sache von 3 bis 4 Stunden.

Der Stand zu diesem Zeitpunkt: 3,5:3,5. Es lief nur noch die Partie von Daniel Fries gegen Burkhard Braun. Letzterer stand klar auf Gewinn, denn bei stark reduziertem Material hatte er zwei Mehrbauern. Keiner glaubte an einen Sieg Daniels im Turm-Lager mit dem „Edelfan“  und Turm-Vorsitzendem Thomas Biehler, der wie im Spiel gegen Ostertal neben dem Brett saß und Ruhe ausstrahlte. Bewundernswert die clevere Spielweise von Daniel: unaufgeregt, überlegt und immer wieder Drohungen aufbauend, die zwar letztendlich harmlos waren, aber seinen Gegner beschäftigten. Als beide zwei  Stunden später nur noch 2 Minuten auf der Uhr hatten und hauptsächlich von den 30 Sekunden Bonus pro Zug lebten, verkomplizierte Daniel nochmals die Stellung. Er forcierte das Gegenspiel mit einem Bauern, der sich zur Dame zu wandeln drohte. Sein Gegner war mit dieser neuen Situation so überfordert, dass er die Zeit vergaß und wegen Zeitüberschreitung verlor. Psychologisch von Daniel wie aus dem Lehrbuch gemacht!  

Sechs Stunden Nervenkrimi lagen da hinter uns, und wieder hieß der glückliche Sieger Illingen. Das 4,5:3,5 wurde natürlich gebührend gefeiert!

Erfreulich die Tabellensituation: Bereits zwei Spieltage vor Schluss ist das Saisonziel Klassenerhalt erreicht. Mehr noch: Turm II liegt sogar auf dem  4. Platz hinter den drei Top-Teams, den Ex-Oberligisten Gambit Saarbrücken, Caissa Schwarzenbach II und Turm Winterbach.

Nun kommt es zum Duell mit dem Tabellenletzten Ensdorf.  Klar, dass da ein Sieg angepeilt wird!



 

                                                                                    Turm II mit dem Rücken zur Wand: Fabian Lehmann, Mario Biesel, Friedrich Henschel, Fabian Meiser und Viktor Siebert