Turm II: Wichtiger Sieg gegen den SC Ostertal

Bericht von Thomas Schuh

Am Sonntag, dem 23.01.2015, trat unsere zweite Mannschaft zum Duell in Ostertal an. Nach unserem Sieg gegen Bexbach waren wir hoch motiviert,  wollten gegen den direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt eine Vorentscheidung erzwingen. Unter den Augen unseres treuen Fans und Vereinsvorsitzenden Thomas Biehler sollte sich dann eine Dramatik entwickeln, wie sie kaum einer für möglich hielt.

Nach Punkteteilungen von der gewohnt souverän spielenden Anke Henschel und von Edel-Reservist Peter Schuh kippte der Kampf zu Gunsten von Ostertal. Daniel Fries musste gegen den erfahrenen ehemaligen Oberligaspieler Wolfgang Kreuscher, der für Saarbrücken auch schon in der 2. Bundesliga spielte, die Waffen strecken. Mannschaftsführer Friedrich Henschel konnte trotz langem Verteidigungskampf seine Partie ebenfalls nicht mehr halten, so dass Ostertal mit 3:1 in Führung ging. Die verbliebenden Stellungen machten nur wenig Hoffnung.  Victor Siebert hatte eine leicht schlechtere, ich selbst eine ausgeglichene Stellung, Fabian Meiser stand klar auf Verlust. Einzig bei Tilman Giese am Spitzenbrett hatten wir Hoffnung auf einen vollen Punkt, und Tilman zwang kurz darauf auch tatsächlich durch sein gewohnt aktives Spiel seinen Gegner zu Fehlern. Victor konnte mit Hilfe seiner Erfahrung ein Remis erkämpfen, so dass beim Zwischenstand von 2,5:3,5 zwei weitere volle Punkte notwendig waren, um den Mannschaftssieg zu erringen. Trotz meines Sieges –  bei ausgeglichener Stellung zeigte ich mehr Biss als mein Gegner – , glaubte niemand der Anwesenden, dass Fabian die Partie remis halten könnte, ein Sieg schien völlig ausgeschlossen. Was dann aber folgte, war eine der unglaublichsten Partien, die ein Illinger in den letzten Jahrzehnten spielte und die nicht nur beim Online-Training am Tag darauf eine Reihe von gestandenen Oberligaspielern schier fassungslos machte, sondern über die auch noch lange an Vereinsabenden oder in geselliger Runde erinnert werden wird: Nachdem Fabian in einer schwierigen Stellung nicht den richtigen Plan fand und einen taktischen Fehler machte, kämpfte er ab dem 20. Zug mit einem Bauern weniger und vor allem in einer hoffnungslosen Stellung. Mit einer beeindruckenden Zähigkeit trotzte er in der Folge allen Versuchen seines Gegners, bis er nach über 45 Zügen und einer Gesamtspielzeit von 6 Stunden in einer Verluststellung plötzlich doch noch seine Chancen bekam. Und diese nutzte Fabian mit bemerkenswerter Coolness! Als sein Gegner nach über 70 Zügen aufgab, war der Sieg für Illingen perfekt – Turm Zwo hatte einen sehr guten vierten Platz in der höchsten saarländischen Liga erobert!

In einem Mannschaftskampf beim Stande von 3,5:3,5 stundenlang die entscheidende Partie spielen zu müssen, ist eine nervenaufreibende Situation –  insbesondere wenn man weiß, dass die Stellung ja eigentlich verloren und die Konzentration nach so langer Spieldauer erschöpft ist. Möglicherweise konnte Fabian den Druck deshalb so gut aushalten, weil er jüngst Simon Webbs Klassiker zum Thema Schach-Psychologie gelesen hat: "Schach für Tiger".

Gut gekämpft, Tiger Fabian!

   

Links der bestens gelaunte Punktesammler und Berichtersatter Thomas Schuh; rechts Fabian Meiser, der gefeierte Held des Tages